Hernes OB Dr. Frank Dudda mit dem wewole Vorsitzenden Rochus Wellenbrock (re.) bei der Vorstellung der Pläne. Foto: Thomas Schmidt / Stadt Herne

Pläne für die Modernisierung des wewole-Stammgeländes in Horsthausen. Foto: wewole Stiftung

Ein offenes, lebendiges und gleichberechtigtes „Stück Stadt“

Die wewole STIFTUNG plant eine Modernisierung ihres Stammgeländes in Horsthausen und investiert ca. 30 bis 35 Millionen Euro.

Die wewole STIFTUNG plant eine umfangreiche Modernisierung ihres Stammgeländes in Herne-Horsthausen. Der Teilhabe-Anbieter für Menschen mit Behinderungen in Herne und Castrop-Rauxel investiert dafür in den kommenden Jahren ca. 30 bis 35 Millionen Euro. Das Vorhaben, das in Teilbereichen bereits im Sommer 2020 beginnen soll, stellte am Freitag der Stiftungsvorsitzende Rochus Wellenbrock gemeinsam mit Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda der Öffentlichkeit vor.

„Wir wollen unsere Einrichtungen an der Langforthstraße strukturell und funktional besser verknüpfen und Entwicklungspotenziale ausloten. Damit geht einher, dass sich die bislang in erster Linie nahezu auf sich selbst bezogene Einrichtung für Menschen mit Behinderungen nach und nach zu einem offenen, lebendigen und gleichberechtigten ,Stück Stadt‘ in Herne wandelt“, erklärte Rochus Wellenbrock die Hintergründe des städtebaulichen Mammutprojektes. Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda freute sich am Freitag „sehr über das große Engagement der wewole Stiftung für unsere Stadt. Mit den Projekten erfolgt nicht nur ein weiterer Schritt zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen, sondern die Stiftung setzt ein deutliches städtebauliches Zeichen, liefert einen wertvollen Beitrag für mehr Lebensqualität und öffnet das Quartier Elpeshof in Richtung Rhein-Herne-Kanal". Das wewole-Vorhaben ist für Hernes OB „das Sahnehäubchen der Quartiersentwicklung“.

Dezentralisierung der Wohneinrichtungen im gesamten Stadtgebiet
Das Sozialunternehmen, seit Dezember 2016 Rechtsnachfolger der Werkstätten für Behinderte (WfB) sowie der Wohnstätten für Behinderte (Wos), setzt bei der Modernisierung zahlreiche Anforderungen um:

- Dezentralisierung der Wohneinrichtungen im gesamten Stadtgebiet, auch in Wanne-Eickel. Neubau zeitgemäßer Wohneinrichtungen an der Schachtstraße.

- Berücksichtigung von veränderten Anforderungen und Nutzungen der Werkstattgebäude. Dazu gehören: Lagerräume, Küche sowie die Bereiche für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen.

- Öffnung der Einrichtungen, Verzahnung mit dem aktuell entstehenden neuen „Quartier Elpeshof“, vor allem im Bereich Langforth-/Schachtstraße und Jürgens Hof durch einen Park.

- Neubau der Verwaltung und des Kindergartens.

- Minimierung der Risiken für Fußgänger/innen bei Bewegung zwischen den Häusern der Einrichtung an der Langforth-/Schachtstraße.

- Schaffen von Parkflächen für Angestellte der Einrichtungen sowie Regulierung der Verkehrsflüsse auf und vor dem Einrichtungsgelände.

Parkhaus mit 146 Plätzen auch für Anwohner
Den letzten Punkt griff Rochus Wellenbrock explizit auf, denn „damit wollen wir beginnen“. Geplant ist, so der Stiftungsvorsitzende, ein dreistöckiges Parkhaus mit 146 Plätzen. Das dafür zu nutzende Grundstück an der Langforthstraße stammt zum Teil aus dem Besitz der wewole, eine weitere Fläche mit ca. 300 qm wurde von der Emschergenossenschaft angekauft. Das Parkhaus bewirtschaftet die wewole Werken gGmbH. Geplanter Baubeginn: So schnell wie möglich - möglichst noch im Sommer 2020. „Die Ausweitung von Parkflächen für unsere Angestellten ist dringend angezeigt. Natürlich kann das Parkhaus auch von Anwohnern angefahren werden“, so Wellenbrock, der sich gleichzeitig für eine Umwidmung der  Langforthstraße im oberen Bereich in eine verkehrsberuhigte Zone stark macht (max. 10 km/h, Schritttempo).

Bürgerbeteiligung und Architektenwettbewerb
Projektträger beider Maßnahmen werden, je nach aktuellen Eigentumsverhältnissen, die wewole WERKEN gGmbH und die wewole WOHNEN gGmbH sein. Für die Weiterentwicklung des Stammgeländes in den kommenden fünf bis sieben Jahren ist ein Architektenwettbewerb geplant. Liegen die Ideen und Pläne vor, wird es vor deren Verabschiedung eine Anhörung für Anwohner geben. Diese Bürgerbeteiligung  hatte die wewole auch für ihr Bauprojekt „Castroper Straße“ vorgesehen, musste sie aber „coronabedingt“ absagen. Bleibt es beim Kontaktverbot, denkt die wewole STIFTUNG über eine digitale Bürgerbeteiligung mit 3D-Schaubildern und der Möglichkeit für Kommentare auf ihrer Homepage nach. Wellenbrock versprach am Freitag: „Alle Maßnahmen sind bis jetzt und werden auch in Zukunft mit einem Blick auf die Gesamtheit geplant und abgestimmt.“

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