Stehende Ovationen für „Schauspieler“ der wewole STIFTUNG

Ein Theaterprojekt mit dem Mondpalast zeigte, „wie toll Menschen mit Behinderung ihre Kompetenzen einsetzen können“

Mit stehenden Ovationen der etwa 400 Gäste im Mondpalast von Wanne-Eickel endete eine ganze besondere Theatervorstellung: Menschen mit Behinderung der wewole STIFTUNG führten dort eine barrierefreie Version des Klassikers „Ronald & Julia“ auf – und begeisterten damit nicht nur alle Besucher und die Organisatoren, sondern vor allem auch sich selbst. „Wann führen wir das Stück noch einmal auf?“, war daher auch die meistgestellte Frage nach dem Ende der Vorstellung.

Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda sowie Kultur-Staatssekretärin Michelle Müntefering gehörten zu den Gästen der Vorstellung, die der Rotary Club Herne-Luna, der seinen 10. Geburtstag feierte, gemeinsam mit der wewole STIFTUNG und dem Wanne-Eickeler Volkstheater initiiert hatten.  Fast fünf Monate probten 15 Menschen mit Behinderung aus der wewole STIFTUNG gemeinsam mit Thomas Rech, Chefdramaturg und Regisseur am Mondpalast von Wanne-Eickel, und Schauspielerin Anja Balzer für ihren großen Auftritt. „Ronaldo & Julia“, das erste Stück, das vor über 15 Jahren die Erfolgsgeschichte des Volkstheaters einleitete, wurde auf ca. 40 Minuten verkürzt und ausschließlich von Menschen mit Behinderung gespielt.

Rochus Wellenbrock, Vorstandsvorsitzender der wewole STIFTUNG, war nach der Aufführung begeistert: „Die Veranstaltung war vollkommen gelungen. Wir haben gesehen, wie toll Menschen mit Behinderung ihre Kompetenzen einsetzen können. Sie haben in kurzer Zeit viel gelernt und dies auf der Bühne umgesetzt. Es war eine wunderbare Version des Stücks und eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Team des Mondpalasts. Diese Vorstellung war definitiv eine Bereicherung für das kulturelle Leben der Stadt Herne.“ Auch Marvin Boettcher, Intendant des Wanne-Eickeler Mondpalastes. Freut sich: „Mit dieser Aufführung stellten wir gemeinsam Menschen mit Behinderung dahin, wo sie hingehören, nämlich mitten ins Leben, mitten in unsere Gesellschaft.“

Und Anja Balzer, die während der Vorstellung hinter den Kulissen mitfieberte, fasste es so zusammen: „Es war das Wunder von Wanne-Eickel. Autisten spielten Liebesszenen mit Blickkontakt, Menschen, die nahezu blind sind, spielten ganz nah an der Rampe, Menschen, die ,es‘ einfach nicht können, bewiesen allen das Gegenteil, Stotterer erhielten Szenenapplaus für ihre brillant gesetzten Pointen, Menschen, die ,echt‘ nicht in der Lage sind, Gefühle zu zeigen, vergaßen dies und berührten durch ein facettenreiches Spiel. Wir vertrauten uns und alle bewiesen ganz, ganz viel Mut. Das war eine Never-ending-Liebe mit ganz viel Selbstwertgefühl.

Und auch die weit gereiste Staatssekretärin war mehr als beeindruckt: „Was für eine bewegende und wunderbare Aufführung. Das Stück zeigte, wie Gräben überwunden werden können. Herzlichen Glückwunsch allen Beteiligten zu diesem besonderen Fest“, schrieb Michelle Müntefering auf ihrer Facebook-Seite.

Nach der Vorstellung ließ  der langjährige WDR-Radioreporter Manfred „Manni“ Breuckmann bei einer amerikanischen Versteigerung den Hammer schwingen und brachte zahlreiche attraktive Preise an die Frau und den Mann. Der Erlös dieser „Auktion, sowie freiwillige Spenden der geladenen Ehrengäste floss in die Förderprojekte des RC Luna in Herne und Wanne-Eickel. 

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